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Tipps für Event-Veranstalter: Als wir am #ElectricNationVienna in der Krieau beinahe verdurstet sind…

IMG_0455.jpgWir freuten uns mega auf die Disco. Alan Walker, KSHMR, Robin Schulz, alle farben und natürlich Martin Garrix kamen, um für uns Stimmung zu machen.

Es war ein sauheißer Tag und wir kamen durstig am Gelände an. Wie immer wurde erst die Lage erkundet. Und da fanden wir es schon:

Das erste Optimierungspotenzial: Die Klos

Denn wo baut man auf so einem Festival für 12.000 Partygäste die Toiletten hin? Eh klar, ganz vorne. Dorthin, wo man dann, wenn das Gelände richtig schön voll ist, sicher nicht mehr durchkommt. Ehrlich – ganz nach vorne Richtung Bühne und dort gings dann links zu den Klos? Das ginge ehrlich besser. Macht sie bitte von den Seiten zugängig oder platziert sie hinten in einen eher freien Bereich.

Zweites Optimierungspotenzial: Trinkwasser

Als Frau musste man sich an den Pissoirs vorbei – Männern wurde dort nicht die geringste Intimsphäre zuerkannt – hindurch zu den Dixies kämpfen. Verhältnismäßig wenige Sitzklos, die um 17:00 schon richtig schlimm ausschauten. Das haben „Rock in Wien“, „das Donauinselfest“ und „die Beach Volleyball WM“ aber besser vorgemacht.

Händewaschen? Trinkwasser? Fehlanzeige! Die Rinne sucht man vergeblich, aber zum Glück hatte ich Feuchttücher mit. Bitte schafft Trinkwasserstellen wo man sich selbst versorgen kann. Gerade an so heißen Tagen ist das ein MUST HAVE!

Wir scheiterten eine halbe Stunde lang, Wasser an einem der Trinkstände zu bekommen – als wir endlich ganz vorne waren (nach etwa 30 Minuten Anstehzeit) hieß es: Nur noch Bier, Wein und Red Bull.

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Optimierungspotenzial drei: Ungenutzte Ausschank-Anlagen

Wir mussten beobachten, wie die hochmodernen Sechsfach Ausschank-Automaten ungenutzt in den Ständen standen und das Personal die Gespritzten aus Römerquelle aus der Glasflasche und den Wein aus den Doppelliterflaschen selbst mischten. Die Glasflaschen lagen dann alle haufenweise hinterm Tresen, was nicht nur hinderlich sondern auch gefährlich war.

Nun – wo kann man hier ansetzen:

  • Mangelnde Standkenntnisse: Es steht hochmodernes Equipment in den Getränkeständen, das nicht benutzt wird. Warum nicht? Defekt? Nicht eingeschult? Hier sollte ein paar Stunden vor dem Event ein Warm Up mit fachkundigem Personal gemacht werden.
  • Generell ungeeignete Ausrüstung: Warum bieten die Getränkeproduzenten nicht Getränke in Plastikbehältnissen für diese Events an, man kann ja auf die genauso wie auf die Becher Einsatz verlangen, nur wärs schon abgefüllt und es muss nur noch ausgegeben werden. Auch Automaten dafür wären denkbar. Es sollte aber vermieden werden, dass das auf Festivals erst in die Portionen abgefüllt werden muss, das funktioniert nicht. Nicht kommts jetzt mit dem Thema „werfen“. Es ist egal ob ich ein Plastikflaschl oder einen Plastikbecher werfe. Seids doch einfach mal innovativ- Feste sind im Sommer so viele – da würd sich eine kluge Idee schon mal rechnen.

Optimierungspotenzial vier: Mehr Bänder und Möglichkeiten zum Upgrade

Der Durst wurde größer und neidisch lugten wir zum VIP Bereich hinüber. Wir hätten doch das Upgrade nehmen sollen. Aber was solls – kaufen wir eben jetzt eines. Im VIP Bereich selbst, konnte man nicht upgraden, der Security Typ schickte uns zu den Kassen.

Ich wollte also zu den Kassen, um auf VIP upzugraden. Die Securitys am Eingang sagten mir, die Kassen seien außerhalb vom Eingang. Also bat ich um ein Bandl fürs Handgelenk, damit ich danach wieder reindurfte.

„Leider sind die Bänder seit 2 Stunden aus. Wenn ich jetzt rausgehe, darf ich nicht wieder rein.“ Ließ man mich wissen. Das konnte ich natürlich nicht riskieren, also halt keine VIP Tickets.

Finally – endlich ein Getränk. Jetzt wäre Unterstützung super. Optimierungsmöglichkeit fünf – ein Tragerl.

Nach weiteren 60 Minuten anstellen am Getränkestand ergatterten wir endlich 2 weiße Gespritzte, mit denen wir den Abend lang auskommen mussten. Denn nochmal wollten wir uns dieses Glücksspiel nicht antun.

Unterstützung beim Tragen: Der oder die eine, die sich für alle anstellen geht, hats eh schon nicht leicht. Dann bekommt man endlich etwas. Soll man dann auch gleich mehr mitnehmen? Weil nochmal anstellen mag sich da niemand. Schon ab vier Getränken wird es echt übel. Auch hier wären die Plastikflaschen super geeignet – siehe Vöslauer PET 0,5 Tragehenkel. Oder gebt doch den Leuten die mehr als 3 Getränke kaufen diesen Karton zum Tragen dazu.

Chance Nr. Sechs – Jetons: Einschenken, Kassieren, Ausgeben. Was denn noch alles?

Die jungen Leute haben, nachdem sie die Bestellung aufgenommen haben, nach hinten gegangen sind, das Getränk selbst eingeschenkt haben, ihren Kunden suchen und das Getränk endlich gebracht haben, in ein Handy oder ähnliches eingetippt, um dann sagen zu können, was es kostet. Nehmt doch bitte Preise, die die im Kopf zusammenrechnen können. Bei der Hitze und bei dem Stress muss das wirklich nicht sein. Am besten wäre es doch einfach mit Jetons zu zahlen, die man am Eingang erwerben kann. Bei vielen Festen ist es so, dass man erst zahlt, und dann mit dem Bon abholen geht.

Generell muss der Prozess so aussehen:

Es gibt eine Stelle, wo die Getränke in das ausgabefertige Format gebracht werden. Am besten entspricht dieses Format immer einem Jeton. Also alle Einheiten kosten gleich viel. Diese Stelle ist im bestenfall außerhalb des Geländes (wird schon so angeliefert) oder ganz innen im Ausgabestand. Dort muss unentwegt für Nachschub gesorgt werden.

In der nächsten Zone steht das Ausgabepersonal. Es nimmt nur noch die fertigen Becher/Behälter und gibt sie an den Kunden aus. Im besten Fall wird mit Jetons gearbeitet, also 3 Getränke = 3 Jetons. (und die Geldwechslerei sollte auch fernab passieren, damit die nicht auch noch wechseln und rechnen müssen)

So wäre für eine schnelle Ausgabe gesorgt, die Gäste happy und der Veranstalter kann drei Mal so viel Umsatz machen. Es geht doch immer nur ums Business….

Alles in allem war das Electric Nation Vienna aber ein Gewinn. Eine super Veranstaltung. Die Bühne riesig und echt klasse, die Entertainer mega, die Musik nice, die Effekte ein Wahnsinn. Ein bisschen noch beim Rest nachjustiert und das wird richtig toll. Wir gehen aber nächstes Jahr sicher VIP. Nur vorsichtshalber.

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