Cyber Sicherheit

Der Teufel schläft nicht

Gastblog von Mag. Harald Kolerus

Der Volksmund weiß:

 „Das Böse lauert immer und überall.“

Da wird leider auch 2018 keine Ausnahme machen.

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Kriegsgefahr, Umweltzerstörung, Datenbetrug und Cyber-Attacken – nur ein kurzer Auszug aus der langen Liste an Gefahren, die laut „Global Risk Report“ im heurigen Jahr (und weit darüber hinaus) auf uns lauern. Diese Analyse wird regelmäßig vom World Economic Forum (WEF) erstellt, wobei rund 1000 Risikoexperten aus Wirtschaft und Politik befragt werden. Glaubt man den Spezialisten, kann einem schon unwohl werden, denn das Fazit lautet: Die weltweiten Risken nehmen nicht ab sondern zu. Als die fünf schlimmsten Bedrohungen mit der größten Eintrittswahrscheinlichkeit in den kommenden zehn Jahren werden identifiziert:

  1. Extremwetterereignisse (wie etwa Starkregen auf der einen, Trockenheit auf der anderen Seite)
  2. Naturkatastrophen
  3. Cyber-Angriffe
  4. Datenbetrug bzw. Diebstahl
  5. Scheitern im Kampf gegen den Klimawandel.

Technisches K.o.?

Stick Figure Series BlueAuffallend ist dabei, dass die Punkte 1, 2 und 5 mit der Erderwärmung zusammenhängen, denn deren Einfluss auf Naturkatastrophen und Extremwetter wird von den meisten Experten nicht mehr angezweifelt. (Donald Trump zum Trotz, dessen Gefahrenpotenzial aber wohl eine eigene Studie wert wäre.) Die Risikofaktoren Nummer 3 und 4 spielen wiederum auf die Verwundbarkeit unserer modernen High-Tech-Welt an. So fasst die WEF-Studie auch zusammen: Der Umgang mit Klimawandel und Technologie stellen die größten Herausforderungen für 2018 dar.

Es bleibt also keine Zeit, um die Hände in den Schoß zu legen.

Stick Figure Series BlueSo gehen EU-interne Prognosen davon aus, dass alleine Europa in den nächsten zwei Dekaden 180 Milliarden Euro pro Jahr investieren muss, um den globalen Temperaturanstieg unter 2°C zu halten. Eine Zerreißprobe, angesichts ohnedies strapazierter Budgets und gewaltiger Schuldenberge. Hoffen wir, dass die hohe Politik dennoch die Zeichen der Zeit erkennt.

Aber natürlich ist vor allem jeder einzelne gefragt. Wobei man ins Gedächtnis rufen muss: Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Natur sowie Technik ist nicht nur eine Frage des guten Gewissens. Denn Kontrollverlust kann auch finanziell schmerzen – und im Extremfall Unternehmen in die Pleite stürzen. Österreich ist hier schon lange keine Insel der Seligen mehr.

Stichwort Cyber-Angriffe:

Drei von vier Unternehmen sind hierzulande von solchen Angriffen betroffen; jede zweite Firma litt als Folge unter einer Unterbrechung der Geschäftsprozesse, so die Unternehmensberatung KPMG in einer 2017 veröffentlichten Studie. In der Analyse Stick Figure Series Blue / Angeln, an Land ziehenheißt es: „Die Unternehmen setzen sich zu wenig mit den Sicherheitsaspekten der Industrie 4.0 auseinander. 40 Prozent geben an, dass sie keinen Überblick über alle Internet of Things-Geräte im Unternehmen haben. Ein wirksamer Schutz vor Cyberattacken ist dadurch unmöglich.“ Nur ein Beispiel dafür, dass man zunächst die eigenen Firmenabläufe unter Kontrolle bringen muss, um optimale Sicherheitsmaßnahmen treffen zu können.

Der rote Knopf droht

Natürlich werden wir es nicht schaffen, uns gegen alle Risken der weiten Welt zu wappnen – so ist in der WEF-Studie etwa auch davon die Rede, dass die Gefahr zwischenstaatlicher militärischer Konflikte 2018 wachsen wird. Trump, Kim Jong-un & Co. können wir natürlich nicht auf die Finger schauen, dafür aber auf die Risken, Kennzahlen und Ziele in Firmen- und Privatleben. Ansonsten könnte man gleich auf den roten (Selbstzerstörungs-)Knopf drücken.

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