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1. Gebot für KMU: Du sollst nicht Pleite gehen!

Gastblog von Harald Kolerus

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Der Traum vom Unternehmertum verwandelt sich leider nur all zu schnell in einen Albtraum: 192.691 Firmen mussten in Westeuropa (EU-15 plus Schweiz und Norwegen) 2013 Insolvenz anmelden. 2014 sieht das Bild etwas passabler aus – es wurden um 5,5 Prozent weniger Pleiten registriert. Im ersten Halbjahr 2015 beläuft sich der Rückgang auf 4,1 Prozent und hat sich somit etwas verlangsamt. In Österreich wurden im Vorjahr laut dem Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) 5.150 insolvente Firmen verzeichnet, immerhin um fünf Prozent weniger als 2014. Dennoch schlittern im langfristigen Schnitt in der Alpenrepublik 5000-6.000 Firmen alljährlich in Konkurs. Und selbstverständlich ist jede Firmenpleite eine zuviel.

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Warum der Pleitegeier kreist

Was sind nun die Ursachen für so ein „böses Erwachen“? Laut Analyse des KSV1870 mit Bezug auf Österreich basieren 71 Prozent der Unternehmensinsolvenzen auf Managementfehlern – also Fahrlässigkeit oder persönlichem Verschulden der Geschäftsleitung. Etwa zehn Prozent der Insolvenzen resultieren aus Kapitalmangel und nur cirka 20 Prozent aus externen oder anderen unbeherrschbaren Ursachen, wie es der KSV1860 ausdrückt. Aber gibt es in Wirklichkeit überhaupt „unbeherrschbare Ursachen“?

Das Wetter ist schuld!

Erklärungen für das (eigene) Scheitern – um nicht zu sagen Ausreden – gibt es zur Genüge: Die schlechte Konjunktur, der harte Wettbewerb, aber sogar das Wetter werden von den Unternehmern immer wieder genannt, wenn die Frage nach den Gründen für die Pleite gestellt wird. Die Studien des KSV1870 führen jedoch zu anderen Schlüssen. „Es ist vielmehr der Faktor Mensch, der eine bedeutende Rolle bei Insolvenzen spielt. Vier von fünf Insolvenzen sind hausgemacht und gehen unmittelbar auf das Konto des Chefs oder des Managements“, so der KSV1870-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner. Zu ähnlicher Erkenntnis kommt auch Josef Obergantschnig in seiner sehr umfangreichen und detaillierten Doktorarbeit „Steuerungsinstrumentarien für KMU und EPU“. Es sind nämlich sehr oft gerade KMU (Kleinere und mittlere Unternehmen) sowie EPU (Einpersonenunternehmen) über denen der Pleitegeier lüstern seine Kreise zieht. Nicht selten müssen die zumeist hoch motivierten Unternehmensgründer die Notbremse ziehen und Konkurs anmelden. Obergantschnig zieht nach eingehender Sichtung der Datenlage und qualitativen Interviews mit namhaften Instituten wie BIT oder i2B den Schluss, dass jeder Unternehmer die Fähigkeit besitzen sollte, sowohl die eigenen Stärken als auch Schwächen objektiv zu beurteilen.

Kennzahlen sind das Um und Auf

Nachdem der Unternehmer gerade im Bereich der KMU und verschärft noch bei EPU für mehrere Bereiche verantwortlich ist, muss er sich einen genauen Überblick beschaffen und bewahren – sowie die Zügel seines Geschäfts fest in der Hand halten. Die Superversion von Kennzahlen ist dabei das A & O.

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